Immer wieder hört man in den Medien negatives über das deutsche Bildungssystem. Von Politikern hört man oft nur das Schlagwort Bildung. Bildung hier Bildung dort. Doch wie steht es um die Bildung in Deutschland. Wie sehen wir im internationalen Vergleich aus. Bei der Pisa-Studie haben wir ja nicht wirklich gut. Aber wie aussagekräftig ist die Pisa Studie wirklich. Fragen über Fragen, denen ich jetzt mal ein wenig nachgehen möchte.
Wer ist für Bildung in Deutschland zuständig?
Bildung ist Ländersache, obwohl auch jetzt beim Bundestagswahlkampf wieder viel über Bildung geredet wird. Jedes Land hat sein “eigenes” Schulsystem. Auch das Abitur ist in Deutschland nicht überall gleich. Ich finde das darf eigentlich ja nicht sein, dass es einen Unterschied macht, ob ich mein Abitur in Bremen oder in Baden-Württemberg gemacht habe.
Bei den Hochschulen und Universitäten ist der Unterschied gleich noch um einiges größer. Die Uni’s können ja mehr oder weniger ihren eigenen Bildungsplan entwerfen. Sie haben einen relativ großen Freiraum. Ich selbst bin ja im Moment noch am Studieren. Die Prüfungen sind sogar in einem Bundesland sehr verschieden, so wie ich vor kurzem mitbekommen habe.
Darum finde ich, dass man Bildung bundesweit regeln und auf einen Standard bringen sollte. Nur so habe alle die gleiche Chance eine gute Ausbildung zu genießen.
Hauptschule, Realschule, Gymnasium
In einigen Bundesländern gibt es das dreigliedrige Schulsystem, die Hautschule, die Realschule und das Gymnasium. Andere Bundesländer setzten auf die Gesamtschule.
Ich persönlich bin der Meinung, dass das dreigliedrige Schulsystem schon einige Vorteile hat. Die stärkeren Schüler werden auf dem Gymnasium besser gefordert. Schwächere wären hier unter Umständen dann total überfordert. Es macht also schon Sinn, die Schüler ab einem gewissen Zeitpunkt zu trennen. Ob es wirklich schon in der vierten Klasse sein muss wie bei uns, weiß ich nicht. Es wäre vielleicht besser, erst die Schüler ab der sechsten oder siebten Klasse zu trennen. Manche Schüler können sich erst später voll entfalten.
Selbst wenn man als Schüler auf der Real- oder sogar Hauptschule landet, kann man später immer noch sein Abitur machen, sofern die Leistungen stimmen. Dabei entsteht auch meist kein oder nur ein sehr geringer Zeitverlust von einem Jahr.
Achtjähriges Gymnasium
Seit ein paar Jahren gibt es bei uns in Baden-Württemberg das achtjährige Gymnasium, kurz auch G8 genannt. Davor war es 9 Jahre. Sicherlich ist der Ansatz gut gewollt. Man möchte den jungen Menschen damit ermöglichen früher in den Beruf einzusteigen. Leider wurde dabei aber vergessen, den Lehrplan großartig zu ändern. Man hat einfach den Stoff, den man vorher in 9 Jahren behandelt hat, 8 Jahre hineingedrückt.
Viele Schüler und Schülerinnen sind jetzt überfordert. Die Lehrer müssen viel Hausaufgaben geben, damit sie den Stoff durchbekommen und die Kinder sitzen unter Umständen daheim verzweifelt an den schweren Aufgaben. Ich denke das ist nicht der Sinn der Sache.
Ich denke auf diesem Gebiet muss und kann auch noch vieles nachgebessert werden. Meiner Meinung nach gibt es einige “unnötige” Sachen im Lehrplan die man locker streichen könnte.
Es bringt uns überhaupt nichts, wenn man viel Stoff unterrichtet, aber letztendlich nur sehr wenig und dann auch nur “halbrichtig” bei den Schüler und Schülerinnen hängen bleibt. Ich beobachte schon seit längerer Zeit, dass viele Jungendliche die Grundrechenarten und auch den Dreisatz nicht mehr können. Der wird in der Schule einfach viel zu schnell abgehandelt und zu wenig geübt. Nur Übung macht den Meister.
Pisa Studie
Das ist jetzt ne gute Überleitung zur Pisa Studie. Warum schneiden wir dort so schlecht ab? Weil wir einfach nicht das nötige Basiswissen haben. Ich habe mir mal ein paar Pisa Mathe Aufgaben angeschaut. Die sind nicht wirklich schwer. Viele kann man mit ein bisschen logischem Überlegen und den Grundrechenarten lösen. Nur das lernen unsere Schüler nicht richtig. Wir können vielleicht die Infinitesimal-Rechnung aber nicht zwei Zahlen im Kopf voneinander abziehen.
Die Frage ist jetzt, was ist wichtiger. Was braucht man im Alltag oder im späteren Berufsleben. Das hängt natürlich vom Beruf ab. Ein Ingenieur sollte schon etwas mehr Mathematik Wissen haben als eine kaufmännische Angestellte. Es ist hier sicherlich schwierig ein gutes Mittelmaß zu finden.
Andere Länder schaffen es aber, wie ja die Pisa Studie letztendlich zeigt. Es gibt ganz tolle Konzepte von anderen Ländern, nur ob die auch alle in Deutschland funktionieren? Sicherlich wäre es schon hilfreich mal kleinere Klassen zu machen. 33 oder gar 34 Schüler und Schülerrinnen in einer Klasse ist einfach zu viel. Da kann nicht mehr individuell gefördert werden.
Ich persönlich hatte immer das Glück in relativ kleinen Klassen zu sein. Wir waren immer so zwischen 16-24 Schüler und Schülerinnen. Das liegt sicherlich an der ländlichen Gegend. Es gab einfach nicht mehr Schüler. Viele haben uns beneidet.
Kleinere Klassen zu machen, kostet natürlich wieder viel Geld. Man braucht mehr Lehrerpersonal und auch mehr Räumlichkeiten. Wenn man sich aber die Ausgaben der Bundesregierung so anschaut, wäre es sicherlich klüger an manch anderer Stelle einzusparen und mehr für die Bildung auszugeben.
Bildung Luxus?
Dies Frage kommt immer mehr auf. Bildung kann sich mittlerweile nicht mehr jeder Leisten. Gerade durch G8, wie oben erwähnt, wird auch immer mehr private Nachhilfe gebraucht. Wenn die Eltern nicht gerade studiert haben, sind sie bald überfordert und könne ihre Kinder nicht mehr beim Lernen unterstützen.
Kommt das Kind in der Schule nicht mehr mit, braucht es einen privaten Nachhilfelehrer, der natürlich Geld kostet. Dieser muss auch aus privater Tasche bezahlt werden. Hier springt kein Staat ein.
Ein sicherlich noch viel größerer finanzieller Posten sind die Studiengebühren. Von diesen bin ich selbst betroffen. Erst jetzt für das neue Semester durfte/musste ich 603,50€ an die Uni überweisen. Darin sind 500€ Studiengebühren und noch sonstiges Zeugs wie Studentenwerk usw. enthalten.
Das ist schon ne ganze schöne Stange Geld und kann sich sicherlich nicht jeder leisten. Ein Jahr hat 2 Semester, also sind das im Jahr schon mal 1200€. Damit hat man aber noch keine Wohnung und keine Lebenshaltungskosten abgedeckt. Für so viel Geld muss man ganz schöne lange Jobben.
Viele sind durch die hohen Studiengebühren abgeschreckt und studieren nicht mehr, auf der anderen Seite muss ich immer lesen, dass wieder hochqualifizierte Ingenieure und Arbeiter fehlen. Das darf so nicht sein. Gerade jetzt in wirtschaftlichen schlechten Zeiten, müssen wir schauen, dass wir in der Entwicklung vorne dabei sind, damit es bald wieder aufwärts gehen kann.
So das war jetzt aber ein richtig langer Artikel. Ich hoffe ihr habt bis zum Schluss durchgehalten.
Wie seht ihr die Lage der Bildungssituation in Deutschland? Was kann man eurer Meinung nach besser machen? Gebt auch mal ein paar Ansätze um besten.

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