Wenn eine Website wächst und immer größer wird, wird auch die Gefahr von Contentklau größer. Gestern habe ich das erste mal erleben müssen, wie einige meiner Artikel 1:1 kopiert wurden. Da wurden sogar ein Tippfehler von mir mit kopiert. Es war nicht hier auf dem Lilu24 Blog, sondern auf meinem kleinen Physik-Blog. Dort schreibe ich nur selten was, aber trotzdem möchte ich nicht dass meine Artikel 1:1 kopiert werden und ohne Quellenangabe veröffentlicht werden.
Daher musste ich mich erst mal informieren wie man gegen Contentklau vorgehen kann. Ich habe dann im Impressum der Seite nach einer E-mail Adresse gesucht und auch gefunden. Sofort ging dann eine Mail an den Webmaster dieser Seite hinaus. Unter Androhung von rechtlichen Schritten wurde die Seite von dem Betreiber dann innerhalb weniger Stunden abgeschaltet.
Bei mir war es reiner Zufall, dass ich den Contentklau bemerkt habe. Wie kann man aber Contentklau am besten herausfinden. Zuerst müssen wir vielleicht mal klären was Contentklau genau ist.
Was ist Contentklau?
Unter dem Begriff Contentklau versteht man Texte und Grafiken ohne Kenntnis oder auch Zustimmung eines Seitenbetreibers einfach so zu kopieren und es als eigene selbsterstellte Inhalte auszugeben.
Wenn auch viele landläufig meinen, Contentklau sei ein Kavaliersdelikt, ist dies bei weitem nicht so. Der Content ist der Inhalt einer Website und somit Eigentum des Betreibers. Damit unterliegt es dem Urheberrecht und darf nicht einfach so kopiert und übernommen werden.
Sicherlich haben die Betreiber der Website nichts dagegen, wenn man sich mal von den Texten inspirieren lässt und auch etwas über das Thema schreibt. Aber man muss dann den Inhalt in EIGENEN Worten wiedergeben und am Ende die Quelle angeben.
Wie finde ich heraus ob mein Content geklaut wurde?
Im Allgemeinen ist das nicht so einfach. Ich hatte Glück, weil ein Trackback zu zu Lilu kam, weil ich auf Physik-Blogger.de mal etwas auf Lilu verlinkte. Gleich kam mir der Artikel bekannt vor. So was hast doch du geschrieben habe ich gedacht. Als ich mich dann auf dieser Seite etwas durchklickte stellte ich fest, dass noch viel mehr Artikel kopiert worden sind.
Doch um jetzt nun wieder auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, wie stelle ich Contentklau fest. Am besten man gibt ganze Textpassagen bei Google ein und lässt das Word Wide Web mal durchsuchen. Dabei stellt sich dann meistens sehr schnell heraus, ob jemand Inhalt von einem geklaut hat. Schwierig wird es, wenn die eigene Seite oder auch Blog sehr umfangreich ist. Man kann ja nicht jeden Satz bei Google eingeben.
Dafür gibt es dann spezielle Tools, die helfen sollen. Hier kann man auf Online Tools wie http://www.copyscape.com/ zurückgreifen. Man kann aber auch Programme wie http://www.plagiarismfinder.de/ verwenden. Leider ist dieses Programm nicht ganz kostenlos.
Was für Blogs, die WordPress verwenden, ganz nützlich sein könnte, ist dieses Plugin. Mit diesem Plugin kann man überwachen ob RSS Feed Einträge geklaut wurden.
Was kann ich gegen Contentklau machen?
Hat man den Contentklau einmal festgestellt, fragt man sich wie kann man am besten dagegen vorgehen. Was ich gemacht habe, habe ich oben ja schon erwähnt. Einfach den Webmaster angeschrieben und mit rechtlichen Schritten gedroht. Dann war nämlich die Page innerhalb von wenigen Stunden nicht mehr online.
Die Netzwerke die den Content professionell stehlen, sind meistens so intelligent und betreiben die Seiten im Ausland. Da kann nämlich die Deutsche Justiz nicht einmischen. Auf jeden Fall sollte man, wenn der Betreiber nach eigener Aufforderung die Inhalte nicht löscht einen Anwalt einschalten. Dieser weiß in den meisten Fällen doch noch mehr, was man gegen die Betrüger machen kann. Ich habe zum Glück keinen gebraucht.
Contentklau ist nämlich auch schlecht für die eigene Seite. Dadurch existiert im Netz nämlich doppelter Content, was die Suchmaschinen gar nicht mögen. Dadurch werden unter Umständen beide Seite abgestraft und verlieren deutlich Plätze im Ranking. Außerdem verliert man auch Besucher an die Plagiat-Betreiber. Das will man natürlich nicht.
Ich hoffe in nächster Zeit bleibt mir der Contentklau erspart. Das macht nur Ärger.
Wurde euch auch schon mal Content geklaut?

25. August 2009 um 08:18 Uhr
Mich hat es zum Glück bisher verschont, ok bei mir gibts auch nichts interessantes zu klauen *gg*
LG
Timo
25. August 2009 um 08:55 Uhr
Mir wurde schon massenhaft Content geklaut in meinem Shop. Anfangs schrieb ich die Leute noch selbst an, mittlerweile geht das geradeaus an meinen Anwalt. Wobei ich dabei eines unterscheide:
- Ist der Dieb eine Privatperson, Blog oder Forum, schreibe ich sie selbst an
- Ist der Dieb ein Shop (Konkurrenz) erhält er teure Post von meinem Anwalt
Seitdem ich plagaware.de einsetze und auch im Footer mit Bildchen verlinke, ist es weniger geworden. Lange Zeit hat noch nicht mal mein Zusatz “Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt” den ich seit längerem unter jedem Text einblende, was geholfen.
Es gabe auch eine Zeit, da haben sich einige Leute an dem Content meines Firmenauftritts bedient und ihren eigenen damit ausgestattet. Nach der Abmahnung hörte man nicht selten vom gegnerischen Anwalt “Mein Mandant steht kurz vor der Insolvenz”. Kannst Du machen nix… je weniger Kohle die Leute haben, je weniger zu holen ist, desto stärker wird wohl die Neigung zu strafbaren Handlungen…
25. August 2009 um 09:20 Uhr
Nun so was ist sicherlich ärgerlich. Vor allen in Bezug auf doppelte Content bei Google sollte man schon aufpassen. Mir selbst ist es noch nicht passiert aber ich habe doch den ein oder anderen die sich mit ein paar eigene Zeilen über die Hälfte von einer meiner Artikel verwenden um schnell eine eigene Artikel zu erstellen. Gut hier ist meist ein Link zu mein Artikel aber wer selber vielleicht 30 Wörter schreibt und dann über 150 Wörter von mein Artikel nimmt der sollte schon mal über ein richtige Verhältnis nachdenken.
25. August 2009 um 10:08 Uhr
@Timo
So würde ich das nicht sehen.
@Sporty Girl
Das ist natürlich hart, wenn sogar Sachen vom Shop geklaut werden. Dadurch entsteht wahrscheinlich ein noch größerer Schaden. Bei mir warens ja “nur” ein paar Artikel
@Peter
Ja genau bei Google sollte man schon sehr aufpassen, dass es keinen Doppelten Content gibt. Ich meine auch die Eigenleistung sollte in jedem Artikel deutlich sichtbar sein.
25. August 2009 um 10:26 Uhr
Als ich den Contentklau vor ein paar Jahren das erste Mal überprüfte, hatte ich keine einzige Kategorie mehr, in deren Beschreibung sich nicht jemand bediente, entweder teilweise oder in voller Länge
25. August 2009 um 10:40 Uhr
Ok, dann gabs bisher noch nichts, was jemanden interessiert hat *gg*
Also meine Suche hat bisher nichts ergeben…
LG
Timo
25. August 2009 um 10:50 Uhr
Halte dir aber bitte vor Augen, dass es in der Blogzsene üblich ist Bilder und Texte zu zitieren, in der Regel aber auch unter Angabe der Quelle. Hierbei sollte es auch nicht um clicks oder rankings gehen, sondern um die Verbreitung von Informationen in einer freien Informationsgesellschaft. Sicherlich kann es ärgerlich sein, wenn Texte 1:1 kopiert wurden, anderseits aber auch schmeichelhaft, wenn es an Formulierungen nichts mehr zu ändern gibt. Rechtlich gesehen dürfte es eher schwierig werden, hier sein Urheberrecht geltend zu machen. In der Regel gelten Blogeinträge als schöpferisch unbedeutend, hier sollte es sich schon um eine kopierte Doktorarbeit oder gleichwertiges handeln, um einen Richter hinterm Ofen vorzulocken.
25. August 2009 um 12:37 Uhr
Contentklau ist nicht nur ärgerlich und kostet Zeit, sondern kann natürlich die eigene Seite durch schlechtere Positionen bei Google schädigen. Wichtig ist aus meiner Sicht für einen guten Erfolg gegen den Klau, dass ein solcher möglichst zeitnah erkannt wird. Das hat mir bisher eine sehr hohe Erfolgsquote bei der Bekämpfung des Klauens eingebracht.
Ich nutze Plagaware schon seit Jahren und konnte auch einmal ein Interview mit den Erfinder machen. Ein tolles Tool.
25. August 2009 um 13:02 Uhr
@trends
Ja da hatte ich auch Glück, haben den Klau direkt am gleichen Tag bemerkt.
25. August 2009 um 13:12 Uhr
hatte ich auch mal und hab einen Artikel mit Bild veröffentlicht, was dem Betreiber wenig gefallen hat
25. August 2009 um 20:31 Uhr
@Troy
)ohne die Quelle anzugeben. Das finde ich nicht in Ordnung.
Wenn einer einen Text etwas umschreibt und die Quelle nennt habe ich gar nichts dagegen. Aber nicht 20 Artikel 1:1 kopiert (inkl. Tippfehler
@Su-Mu
Gut so
25. August 2009 um 21:13 Uhr
Das schlimme am Contentklau, besteht auch darin, das die Seite die stärker ist, diesen Content dann auch besser platziert, als die eigtliche Urheberseite. Bei Abakus ist das Thema sehr ausführlich beschrieben, da findet man nützliche Tips, wie beispielsweise einfach dem Langfinger eine Rechnung zuschicken :yes: , das könnte vielleicht ein kleines “Aua” bewirken !
26. August 2009 um 07:18 Uhr
Sehe ich im Zeitalter von Web 2.0 nicht so dramatisch, allerdings “dürfen” natürlich nicht die Quellangaben fehlen (schonmal wg. der Ethik), sodass nicht der Gedanke aufkommt, man hätte den Kommentar, Text etc. selbst verfasst. Eine Genehmigung vom Autor/Verfasser hole ich mir dabei eigentlich nicht ein. Muss man meiner Meinung nach auch nicht, sofern man nicht 1:1 kopiert. Das geistige Eigentum fängt nicht beim Bloggen, Kommentieren etc. sondern beim Patentanwalt/Amt an.
(Apropos: Ein Thema über Geschmacksmuster, Patente & Co. fände ich mal gut!)
Übrigens das ganze Web ist doch n Copy&Paste Verein. Angefangen von den kleinen Nachrichtenblättchen etc.
(siehe mein RSS-Reader indem einige Dupletten sind
26. August 2009 um 09:36 Uhr
Ich finde Du hast genau richtig reagiert.
Ich kenne Leute, die ziehen bei sowas gleich die Anwaltskeule und dann wirds für den anderen schnell teuer.
Es gibt auch genug Wege, ausländische Seiten und Server die Euren Content klauen, vom Netz zu nehmen. Selbst wenn diese vermeintlich Anonym sind.
Gruß,
Andreas
Pingback: Marcel-Kalbe.de » Blog Archive » Neider, fehlende Quellenangaben und selbst ernannte Experten.
26. August 2009 um 11:40 Uhr
Ist mir auch schon passiert obwohl ich Plagaware nutzte habe ich mit copyscape.com einen Artikel von mir gefunden. Der Typ hatte alles auf seiner Seite zusammenkopiert, jetzt ist die Seite offline :yes:
Ich denke den meiste Contentklau bleibt eh unbemerkt, neulich habe ich einen Pingback bekommen, wieder geklaut diesmal mit Quellenangabe, naja wenigstens ein Link zu mir aber in der Sache habe ich noch nichts unternommen, da der Seitenbetreiber im Ausland sitzt :scratch:
Pingback: wie kann ich das machen???? ? | Informationen rund um Ebay
24. September 2009 um 00:20 Uhr
man kann kopierte texte im internet auch mit tools wieder finden.
Man nimmt einfach das kostenlose tool von http://www.textbroker.de/uncover/
viel spaß damit
MFG
Jomil
www.xGuides.de