Radar-Abzocke: Polizei beklagt sich auch – Was bringen die Radarwarngeräte wirklich?

| 6 Kommentare

Ich denke jeder kann von den Radargeräten ein Liedchen singen. Wahrscheinlich wird es schon jeden mal irgendwo erwischt haben, vor allem wenn man täglich mit  seinem Ferrari, oder wars doch nur ein großer BMW ;) unterwegs ist. Dienen die Geschwindigkeitsmessung wirklich immer nur der Sicherheit, oder ist es einfach nur Abzocke. Was bringen Radarwarngeräte? Genau diesen Fragen möchte ich jetzt mal nach gehen.

Kommen wir vielleicht gleich zum interessanten Teil, die Radarwarngeräte auch wenn es nicht ganz legal ist ;)

Wie funktionieren Radarwarngeräte?

Prinzipiell hat man einen Empfänger der die “Radarstrahlung” empfangen und damit auch detektieren kann. Doch meistens warnt der Radarwarner erst wenn es zu spät ist. Es gibt verschiedene Probleme. Jetzt aber mal der Reihe nach.

1) Bei Lichtschrankenmessung ist der Radarwarner meist nutzlos, denn wenn der Empfänger unempfindlich ist, piepst er erst beim durchfahren der Lichtschranke. Ist er auf empfindlich, piepst er andauernd bei jeder Kleinigkeit, wie zum Beispiel bei Garagentoröffner, eben alles was irgendwie mit Funk zu tun hat.

2) Wird die Geschwindigkeit per Laser-Pistole gemessen, so geschieht dies in wenigen hundertstel Sekunden. Bis da der Radarwarner anspringt ist es meistens auch schon zu spät um zu bremsen.

3) Die Radarfallen laufen nicht immer auf der gleichen Frequenz. Somit kann ein Radarwarngerät nicht alles abdecken.

Fazit:

Ein Radarwarngerät müsste alle Frequenzen überwachen können, doch selbst wenn der Warner das kann, warnt er meistens zu spät. Außerdem ist es illegal so ein Radarwarngerät zu benutzen. Man kann zwar im Internet legal solche Geräte kaufen, darf sie aber nicht benutzen. So gibt es noch viele Sachen. Zum Beispiel weiß ich, dass man im Internet bei großen Radsportversandhäusern Fahrradlampen angeboten werden, die keine StVZO Zulassung habe, also man nicht benutzen darf.

Die neuen Navigationsgeräte haben ja oft einen eingebauten Blitzerwarner, denn dort sind die stationären Blitzer einprogrammiert. Jedes mal wenn ein stationärer Blitzer kommt, sagt die Navigationsstimme “Achtung Gefahrenstelle”. Viel bringen tut das meistens jedoch nicht, weil die Stationären ja meistens eh auswendig kennt.

Geschwindigkeitsmessungen reine Abzocke?

Immer wieder wird ja betont, die Radarfallen dienen ausschließlich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. In manchen Fällen ist dies sicherlich richtig aber nicht immer. Ich kenne genug Stellen, wo man früher 100km/h fahren durfte und dies auch ohne Risiko machen kann. Irgendwann stellt man dann mal 70km/h oder 80km/h Schilder auf. Danach wird dann regelmäßig an der Stelle Radarfallen aufgebaut.

Das ist aus meiner Sicht pure Abzocke. An den Stellen könnte man problemlos 100km/h fahren, aber da die Kassen knapp sind, wird eben versucht über die Geschwindigkeitsmessungen Geld einzunehmen.

Was mich dann aber am meisten nervt ist, dass man nur noch an den lukrativen ungefährlichen Stellen blitzt und damit die wirklich gefährlichen außer acht lässt.

Der neueste Trend geht ja zum “Heimlichen Blitzen“. Man merkt also gar nicht mehr, ob man jetzt geblitzt wurde oder nicht. Doch gegen diesen Trend ist jetzt sogar die Polizei, denn diese hat erkannt, dass man wieder umschwenken muss.

Die Polizei ist der Meinung, dass man die zu schnellen Fahrer direkt anschließend anhalten (und bestrafen) muss. Nur so ist es eine erzieherische Maßnahme. Es bringt nichts, wenn sich bis zum ersten Busgeldbescheid die Delikte häufen und man anschließend viele Punkte in Flensburg hat, denn bis dahin fährt man ja weiterhin schnell, so die Polizei.

Ich persönlich fahre jeden Tag um die 100km, manchmal auch etwas mehr. Zum Glück hat es mich bis jetzt noch nicht oft erwischt, aber ein paar mal war ich sehr dicht davor und konnte gerade noch rechtzeitig bremsen ;) . Meinen letzten Busgeldbescheid bekam ich aus München. Dort wird leider auch sehr viel geblitzt und ich kannte mich nicht aus. Doch es blieb bei den obligatorischen 15€ Verwarnungsgeld.

Pro Tag werden in Deutschland ca. 8200 Raser erwischt. Im Jahr bringt das ca. 180 Millionen Euro an Steuereinnahmen.


Wann wurdet ihr das letzte mal geblitzt und was haltet ihr von Radarwarner?

6 Kommentare

  1. Also ich weiß garnicht mehr wann ich das letzte mal geblitzt wurden bin, da ich ja oft die gleichen Strecken fahre, weiss ich wo die immer blitzten und fahre halt nicht so schnell. Hab vielleicht auch die letzte Zeit viel Glück gehabt.
    Na ja ich finde die Blitzter stehen immer an der falschen Stelle, unsere Straße ist eine 30 Zone, die Autos fahren alle sehr schnell hier durch und zum Teil auch auf dem Bürgersteig um nicht warten zu müssen, wenn ein anderes Auto ihm entgegen kommt. Hier würde ich mir dann doch mal den einen oder anderen Blitzer wünschen.

  2. @bea: Da kann ich dir nur Recht geben und schau mal nen Artikel weiter ;-)

  3. .. ich sitze gerade das zweite Fahrverbot meines Lebens ab. Klar, mir ist schon klar, dass ich zu schnell war. Kann ich auch nicht leugnen. Allerdings waren beide stellen imho reine Abzockstellen:

    1. Ein Stück Straße zwischen zwei Teilen eines kleinen (ca. 10.000 Einwohner) Örtchens. Die Straße ist schnurgerade, rechts Feld, links feld, keine Bäume, kein Fussweg. BIs ca. 1 Monat vor dem Blitzen, wie mir der (wirklich) freundliche Beamte erklärt hat, war das noch eine Landstraße – dann habe man das Ortsschild versetzt und seit dem würde da geblitzt.

    2. War auf einer großen Zuleitungsstraße in ein reines Industriegebiet. ca. 5 km lang, 4spurig, baulich getrennt, rechts und links Leitplanken, dahinter wiederum nur Felder. Das ganze an einem Sonntag nachmittag, an dem eigentlich nur ich und die (Zivil)Streife auf der Straße unterwegs waren. Sonst nichts, nada.

    Wie gesagt sehe ich ja gern ein, dass ich zu schnell war. Die gleiche Geschwindigkeitsüberschreitung in der Innenstadt bei RushHour wäre allerdings von den Auswirkungen exakt die selbe gewesen… Hallo? Verhältnismäßigkeit? Ich behaupte, dass an den beiden Stellen 0,0 Gefahr für mich oder andere Verkehrsteilnehmer bestanden hat und es sicher 1 mio gefährlichere Stellen gibt, an denen eine Kontrolle auf jeden Fall mehr Sinn machen würde. Da lohnt sichs aber nicht.
    Beim ersten mal Schein abgeben meinte der Beamte sogar noch zu mir… “jaja, die stelle hat sich echt gelohnt, da haben wir zur Zeit mehrere Scheine in Gewahrsam”… ich mein was soll das denn? das ist als Beitrag zur Verkehrssicherheit genauso sinnvoll wie nachts um 3 vor einer Schule Tempo 30 zu blitzen.

  4. @Phil: Ich kann dich da in deiner Meinung nur zustimmen. Das beste beispiel bei uns im Ort ist immer, dass nur am Ortseingang oder Ausgang geblizt wird aber da wo es wirklich gefährlich ist in der Ortsmitte oder beim Kindergarten oder bei der Schule, da blitzen sie nicht…!!!!

    Und warum? Weil sie dort nicht abzocken können….Leider lies das keier der Verantwortlichen!

  5. Ich denke, dass die Kosten die die Polizei für das aufstellen der Blitzer und das Polizeipersonal hat, die tatsächlichen “Einnahmen” übersteigen. Es wird hier nur gesagt, dass der Staat 180 Mio einnimmt, nicht aber, was das Ganze kostet. Auch wenn an vielen Stellen subjektiv blödsinnig geblitzt wird, glaube ich kaum, dass sich irgendjemand durch diese Einnahmen gesundpflegen kann.

  6. Schöner Artikel.. weiter so!
    lg

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*