Heute ist bei Lilu24 Blog der Tag der Sicherheit
Deshalb einfach mal an alle die Frage, wie wichtig euch dieses Thema ist? Schlagwort Public Security
In den letzten Monaten kommt immer mehr die Frage auf, was denn Sinnvoll sei, mit einer Videoüberwachung (CCTV) zu versehen. Mir persönlich stößt dies, wie manch anderen überhaupt nicht auf, da ich solchen Maßnahmen nur zustimmen kann.
Öffentliche Platze, U-Bahnen, Öffentliche Einrichtungen, Gedenkstätten und weitere staatliche Einrichtungen verfallen immer mehr, durch Randalierer die nichts besseres Wissen als hier Ihre Zerstörungswut auszulassen.Schaut Euch doch beim nächsten Spaziergang mal um wie sehr Dinge verdreckt und zerstört sind. Und all das wird von unseren Steuergeldern bezahlt!
Aber nicht nur die Zerstörung, sondern auch immer mehr Angriffe auf Menschen, sei es Kinder oder Ältere finden satt. Habt Ihr euch nicht schon selber mal in so einer Angst wiedergefunden? Z.B beim nächtlichen Gang durch die U Bahn oder in der Stadt. Ich bekomme es hier oft mit der Angst zu tun. Man ist sich doch nirgends mehr sicher.
Mir persönlich ist hier die Sicherheit wichtiger wie der Eingriff in meine Privatsphäre. Oder was meint Ihr?
Ich möchte einfach mal so in die Runde fragen und vielleicht den einen oder anderen Anstoss zum nachdenken vermitteln.
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26. Mai 2009 um 13:33 Uhr
Ich bin absolut dafür. Mal ganz ehrlich, das hat doch nicht annähernd etwas mit Privatsphäre zu tun. Man ist doch in der Öffentlichkeit, wer Privatsphäre will, der soll nach Hause gehen.
Letztlich sollte mal jeder in eine brenzlige Situation kommen, der gegen sowas ist. Der wird seine Meinung schnell ändern, wenn vor ihm fünf 13jährige mit Messern oder gar ner Pistole stehen und niemand hilft.
Meine Meinung zu diesen Gegnern … einfach mal Scheuklappen abnehmen.
26. Mai 2009 um 13:36 Uhr
Es ist völliger Blödsinn, diese Totalüberwachung. In London wird man täglich im Durchschnitt mehrere hundert Male von einer CCTV-Kamera aufgezeichnet.
Neueste Studien (aus dem letzten Jahr glaub ich) bezeugen, dass die Kriminalitätsrate NICHT gesunken ist, sondern sich nur verlagert in die Bereiche, die (noch) nicht abgedeckt sind. Hinzukommt, dass die 2039575 Stunden an Videomaterial gar nicht gesichtet werden können. D.h. es wurde zwar aufgezeichnet, dass ein Friedhof verwüstet wurde (vorausgesetzt, dass die Kamera nicht auch schon zerstört wurde), es hat aber niemand bemerkt. Und bis dann einige Wochen später eine Anzeige erstellt wurde, ist die Aufzeichnung mit den Randalierern schon längst wieder gelöscht.
Von daher: Nicht nur mögliche Eindringung in die Privatsphäre und falsche Hoffnung auf Sicherheit, sondern auch unnötige Geldverschwendung.
26. Mai 2009 um 13:53 Uhr
Da haben wir mal schon zwei unterschiedliche Meinungen. Klasse. Ich habe bereits von anderen Studien in London gehört, womit die Überwachung schon sehr viel gebacht hat. Mir persönlich ist es lieber die Steuergelder für die Überwachung auszugeben wie für die Zerstörrung. Und noch ein Kleiner Hinweis zu dem Bildmaterial. Wer glaub man müsste sich dies alles anschauen der Täuscht sich. Heute werden mit Algoritmen gerarbeitet, wo die Auswertung dann ein leichtes ist. Aber schon das es hier wirklich unterschiedliche Denkweisen gibt.
26. Mai 2009 um 14:01 Uhr
Auf Studien gebe ich garnichts. Die werden von verschiedenen Quellen in Auftrag gegeben und je nachdem wie gut dieses oder jenes Institut ist, welches sie dann durchführt, gibt es dann auch verschiedene Ergebnisse. Also völliger Quatsch.
26. Mai 2009 um 16:31 Uhr
Ich habe zum Verhältnis von Sicherheit und Freiheit erst vor Kurzem einen Eintrag verfasst ( http://teo-net.de/wordpress/?p=956 )
In meinen Augen sind Videoüberwachung und co. nur Flickschusterei. Man kann keine gesellschaftlichen Probleme mit Totalüberwachung lösen. Vielmehr wird diese Überwachung langsam aber sicher selbst zum Problem.
Was nutzen Überwachungskameras in der konkreten Situation denn? Wieso bin ich sicherer, wenn ein Band aufzeichnet, dass ich abgestochen werde? Am Ende bin ich auch mit Kameras tot oder verletzt. Die Täter wissen dass sie überwacht werden und bereiten sich entsprechend vor. Die Identifizierung bleibt damit also auch aus. Alles was bleibt sind hübsche Bilder, die man im Fernsehen zeigen kann.
26. Mai 2009 um 16:34 Uhr
@Teo: Also ganz so überspitzt würde ich es nicht sehen, oder glaubst du nicht dass diese Überwchungen eine abschreckende Wirkung haben. Da bin ich mir sicher und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass mit Videobilder schon Täter überführt wurden, die sonst noch frei rumlaufen würden. Also bringt es doch etwas. Problem werden natürlich nicht gelöst aber sie werden erheblich eingedämmt und zumindest der eine oder andere Kriminelle geschnappt.
26. Mai 2009 um 16:50 Uhr
Ich bleibe dabei: Eine Sicherheit wird durch diese Systeme suggeriert, die nicht vorhanden ist. Wir fühlen uns vielleicht sicherer, aber sind wir das tatsächlich?
Kameras an öffentlichen Plätzen, wie Bahnhöfen oder Marktplätzen, kann ich dabei noch durchaus nachvollziehen, aber wenn man soetwas auf Schulhöfen und in Kindergärten installieren möchte, kann ich nur den Kopf schütteln.
Man sollte etwas gegen die Probleme selbst tun und nicht gegen die Symptome.
26. Mai 2009 um 16:56 Uhr
@Teo: Ok deine Meinung, aber wirklich gute Argumente gegen die Überwachung hast Du auch nicht. Ich habe schon bei diversen Schulen Anlagen installiert, wo die Diebstahlquote nahe zu auf Null sank. Und das sind keine Statistiken, dass kann ich bezeugen.
26. Mai 2009 um 18:47 Uhr
Gibt es denn auch Argumente dafür außer Statistiken, die ihr anzweifelt und subjektive Erkenntnisse?
In wie fern kannst du bezeugen, dass die Diebstahlquote auf Null sank? Warst du bei jedem Nicht-Diebstahl dabei? Ich kann mir nicht vorstellen, wie Diebstahl in Schulen durch Kameras auf den Pausenhöfen reduziert werden soll. Die meisten Diebstähle finden doch eher in den Umkleideräumen der Sporthallen statt, als mitten auf dem Schulhof, wo alle anderen Schüler sehen können, wie jemandem gewaltsam Geld oder was auch immer abgenommen wird.
26. Mai 2009 um 19:19 Uhr
So what? Ich hatte mich diesbezüglich bereits geäußert. Ich find’s toll wie sauber beispielsweise die Fahrzeuge im Öffentlichen Nahverkehr dort sind. Da kanns’de wenigstens noch aus der Scheibe gucken.
Mit Privatsphäre hat dies ohnehin nichts, aber auch garnichts zu tun. Wie wichtig ist man denn, einer von Millionen, welche aufgenommen werden, was Niemandem weh tut. Nase poppeln sollte man so oder so nicht. Von daher, lächerlich sich darüber aufzuregen.
Viel eher, auch hier wiederhole ich mich, würde ich das staatliche Gewaltmonopol in Frage stellen, überhaupt unseren Unrechts- & Polizeistaat. Denn wir hier im Netz leben schon lange nicht mehr in Freiheit. Melde Dich doch einfach ‘mal bei Deiner Behörde ab. Dann wirs’de sehen wie frei Du bist.
Andererseits, ohne Kontrolle geht garnichts. Schau Dir ‘mal stark von Touristen frequentierte Landstraßen an. Gesäumt von Müll, weil jeder seinen Sch#iß einfach rauswird. Oder guck Dir selbst in Naturschutzgebieten den Waldrand an, voll mit Sonder- und Sperrmüll. Ich wünschte mir mehr Kameras, bestenfalls gleich mit einer Laserpistole dranne. Denn Mensch ist nun ‘mal widerwärtig.
26. Mai 2009 um 19:27 Uhr
Wie gesagt: Gesellschaftliche Probleme lassen sich sicher nicht mit Kameras lösen.
Dass die Leute ihren Müll überall hinschmeißen oder als Vandalen durch die Städte und Dörfer ziehen, liegt unter anderem an Globalisierung und einer Art Heimatlosigkeit. Verbessert sich dieses Gefühl, wenn man dann noch überwacht wird?
Man müsste es schaffen, dass den Menschen ihre Heimat und ihre Umgebung wieder so wichtig wird, dass sie dieses Gefühl auch bei anderen nachvollziehen und dementsprechend auch weit ab der Heimat keinen Mist mehr bauen. Dabei dürfen wiederum die globalen Entwicklungen nicht außer Acht gelassen werden. Wir wollen keine ausländerfeindlichen Heimattreuen, sondern heimattreue Weltbürger.
Man sollte Probleme endlich beim Schopfe packen, statt immer nur an den Konsequenzen rum zu basteln und Pflaster aufzukleben.
26. Mai 2009 um 19:56 Uhr
@Teo: Deine Meinung zu den Problemen und das man Sie am Schopfe packen soll vertrete ich auch, aber in der Zwischen Zeit habe ich diesen Wunschgedanken aufgegeben.
Für mich stellt sich nun die Frage wie man dieses Probleme in den Griff oder zumindest eingrenzen kann und die CCTV Technik bietet hier ein gutes Mittel.
Und nocheinmal zu dem Problem an den Schulen zu kommen. Vorher gab es wöchentliche Aufbrüche der Automaten und jetzt nichts mehr, nur ein Beispiel. Es funktioniert wunderbar. Auch immer mehr Firmen rüsten auf um den Internen Diebstahl zu mindern.
@HiPPie: Ich kann Dir da nur voll und ganz zustimmen.
27. Mai 2009 um 06:33 Uhr
Also ich fände z.B. auch eine Videoüberwachung an den frei rumstehenden Glas-, Karton-, Schuh- und Altkleidercontainern hervorragend. Nur dass sich das wohl kaum eine Gemeinde leisten kann. Mich ärgert es immer wieder, wenn ich meine Kartons und Flaschen dorthin wegbringe, dass der Platz total versaut ist mit Restmüll, der dort überhaupt nicht hin gehört. Wo kommen wir denn hin, wenn die Leute ihren Müll einfach nur in die “Botanik” werfen :unsure:
27. Mai 2009 um 08:05 Uhr
HiPPiE, deine Sichtweise erinnert sehr an 1984 und wie Teo schon schrieb lässt nicht allein durch Abschreckung Unrecht verhindern.
Die Denke “Ich habe ja nichts zu verbergen” ist gefährlich – gefährlich deshalb weil sie verhindert, dass wir uns gegen einen Überwachungsstaat wehren.
Es kamen hier schon mehrfach Rufe nach Überwachung und Bestrafung von Müllwerfern auf. Und dabei ging es im Beitrag eigentlich um Verhinderung von wirklichen Straftaten wie Diebstahl (nicht dass ich das Wegwerfen von Müll nicht auch verachtenswert fände).
Sobald die Kameras einmal da sind, werden neue Begehrlichkeiten geweckt und es wird ausgeweitet und irgendwann sind wir in 1984, ohne dass wir es gemerkt haben.
Sich einfach darauf zurückzulehnen, dass dies “erstmal” die bessere Lösung ist, ist nicht nur bequem, sondern wie gesagt auch gefährlich. Das aktuelle Beispiel mit der Internetzensierung zeigt genau, was ich meine: es heißt, dass kinderpornografische Inhalte gesperrt werden sollen und schon kommen andere und wollen, dass auch Glücksspielseiten und urheberrechtsverletzende Seiten gesperrt werden. Und der tolle Jugendfilter (Stichwort Internetsicherheit) sperrt fast jeden Blog und Zeitungsseite. Glückwunsch!
27. Mai 2009 um 14:12 Uhr
hallo andy,
ich muss sagen das ich deinen blog öftres lese, aber mir ist aufgefallen, dass du immer wieder artikel verlinkst du nur als schlagwörter in deinem artikel auftauchen. warum machst du das?
lg martin
27. Mai 2009 um 17:18 Uhr
Eine gezielte und zeitweilige öffentliche/behördliche Überwachung von Brennpunkten halte ich für sinnvoll. Damit lässt sich sicherlich gezielt einen bestimmten Täterkreis ausschalten oder mindestens zerstreuen (klar, die sind dann nicht weg, aber immerhin wo anders.)
Eine auch nur ansatzweise flächendeckende dagegen empfinde ich nicht als sinnvoll.
Eine perfekte Überwachung führt zwangsläufig in Orwells “1984″, was ich jedem zum Lesen nahelege. Wenn man sich etwas damit beschäftigt und berücksichtigt, wie wenig reale Technik dem Autor 1948 (Erscheinungsjahr) dabei bekannt war, dem wird die Vorstellung, mit ausfeilter aktueller und flächendeckender Überwachungstechnik in den falschen Händen nicht gefallen.
Argumente wie “ich hab doch nichts zu verbergen” ziehen nicht. Oder lasst ihr auch jeden Ordnungshüter einfach so sich in eurer Wohnung umschauen? Wenn man nichts zu verbergen hat, können die doch auch in der Unterwäsche wühlen, oder? Nein, da wird fast jeder auf einen Durchsuchungsbeschluss etc. pochen – ob was zu finden wäre oder nicht.
In dem Sinne, als taktische, vorübergehende Maßnahme: ja. Sonst nein.
In privaten oder gewerblichen Räumen als Objektschutz auch gerne – jeder soll sich selber verteidigen können. Aber auch hier gilt, nur die eigenen Flächen / Objekte, nicht die Mitarbeiter, nicht die sonstige Umgebung.
29. Mai 2009 um 00:05 Uhr
Ich bin absolut gegen CCTV, spätestens seit dem ich den Film zu George Orwells “1984″ gesehen habe.
Überwachungskameras schaffen keine Sicherheit, sondern lediglich Anpassungsdruck.
Letztendlich läuft diese ganze “Sicherheitstechnik” eigentlich nur auf eins hinaus: Ein Spiel mit der Angst, um Technologie verkaufen zu können. Menschen, die Angst haben, hinterfragen nicht kritisch.
Überwachungskameras helfen nicht gegen Vandalismus, solange es Skimasken frei zu kaufen gibt. Bestenfalls wird die Zerstörungswut dann an einem weniger gut beobachtetem Objekt ausgelassen. Für den Eigentümer heisst das dann, dass er die Kosten für die Beschädigung plus die für das Equipment zu tragen hat.
Auch im Personenschutz können die Dinger nicht überzeugen. Auf gut belebten Plätzen sollte es eigentlich genug Augen geben, als das keine zusätzlichen, Elektronischen benötigt werden. Auf nicht belebtem Plätzen bringen sie mir als Opfer nichts. Gegebenenfalls schaden sie mir sogar, wenn ich fälschlicherweise davon ausgehe, dass ich unter Beobachtung sicher sei, anstelle rechtzeitig die Beine unter die Arme zu nehmen, wenns brenzlig wird.
Es ist nunmal nicht so, dass da ein Polizist aus dem Kasten springt, sobald irgendwer Randale macht.