Nach dem ersten Teil des Erfahrungsberichts vom Ötztaler muss natürlich auch Teil 2 folgen.
Oben auf dem Küthai war es wieder richtig kalt. Ich denke es hatte nur wenige Grad Celsius über Null. Dementsprechend habe ich auch nochmals die langen Handschuhe angezogen. Wie auch letztes Jahr sind dort einige an mir vorbei gefahren. Ich bin nicht so der tolle Abfahrer. Unten im Flachen bei Insbruck lief leider meine Gruppe nicht ganz so gut. Darum habe ich dort weitere 2 Minuten auf meine Vorjahreszeit verloren.
Der nächste Anstieg, diesmal zum Brenner hoch, ließ nicht lange auf sich warten. Immer in den steileren Passagen machte meine Gruppe richtig Druck, während auf der Ebene kaum einer vorne im Wind fahren wollte. Somit war das Tempo ziemlich unrhythmisch.
Schon hier bemerkte ich, dass die Beine langsam müde werden. Immer wieder hatte ich zu kämpfen um an der Gruppe dranzubleiben. Endlich nach insgesamt 3:59h war auch der Brenner geschafft. Somit war fast Halbzeit, zumindest von den Kilometern.
Oben auf dem Brenner musste ich dann erstmal wieder meine Flaschen füllen und auch ein wenig was essen. Es stand ja immer noch der Jaufen und das Timmelsjoch auf dem Programm. Nach wie vor war ich etwas hinter meinem Zeitplan.
Werbung
Auf der Abfahrt vom Brenner habe ich zuerst keine schnelle Gruppe gefunden. Musste einige Zeit lang selbst fahren, bis ich ein paar andere Fahrer animieren konnte mitzumachen. So recht wollten die aber nicht, vielleicht konnten sie aber auch nicht mehr, wer weiß.
Unten angekommen, wieder kurz auf die Uhr geschaut. Jawoll nur noch 2 Minuten hinter der Zeit vom letzten Jahr, aber schon richtig platt. Jetzt hatte ich die Wahl, entweder Jaufen “normal” auf Sicherheit zu fahren und dann so mit 9:10h im Ziel ankommen, oder alles riskieren und damit einen Einbruch am Timmelsjoch zu provozieren.
Ich habe mich für die Zweite Variante entschieden. Ob ich jetzt 9:10 oder 9:20 fahre war mir egal, ich wollte die 9h Marke knacken, nachdem ich letztes Jahr sie so knapp verfehlt habe.
Unten im Anstieg zum Jaufen voll attackiert. Viele Fahrer überholt. Doch nach ein paar Kilometer drehte sich das Blatt ein wenig. Jetzt kamen wieder einige von hinten und drehten den Spieß um. Meine Zeit war aber dennoch gut, trotz der letzten sehr zähen Kilometer. Insgesamt brauchte ich für den Anstieg am Jaufen 1:07h. Nun hatte ich 2 Minuten Vorsprung auf die Zeit vom letzten Jahr. Leider war ich jetzt schon so platt und wusste zu dem Zeitpunkt nicht, wie ich den letzten Anstieg mit 29km und 1800hm noch überstehen sollte.
Zum Glück kam erst mal eine Abfahrt, wo man sich etwas erholen konnte. Doch von Anfang an lief das Timmelsjoch nicht so richtig. Musst schon vor dem Flachstück, welches etwa nach der Hälfte kommt, richtig quälen um überhaupt noch die Kurbel im Kreis zu drehen. Der Pass wurde unendlich lang. Es dauerte Ewigkeiten bis ich endlich oben den Tunnel erreicht habe. Danach kommt nämlich gleich die Passhöhe mit rund 2500m über Meereshöhe. Ganz happy war ich oben, als ich sah, dass ich weiterhin 2-3Minuten schneller als letztes Jahr war. Somit rückte der Traum unter 9h zu bleiben etwas näher.
Auf der Abfahrt nach Sölden fand ich leider keine Gruppe und musste alles alleine fahren. In dem Tal war auch noch Gegenwind. Fast habe ich schon ausgeträumt, meine Zeit zu erreichen, doch mit letzter Kraft “flog” ich Richtung Sölden.
Das 1000m Schild war in Sichtweite und die Uhr zeigte mir 8:56h an. Damit war mir klar, es muss diesmal reichen. Mit 8:58:21h überquerte ich die Ziellinie. Somit war es geschafft.
Ich brauchte erst mal ein paar Minuten um mich etwas zu erholen. Danach ging es ab ins Zimmer zum Duschen.
Abends haben wir dann noch in der Arena gefeiert, da meine Trainingskollegen und ich allesamt gute Zeiten gefahren sind.
Mal sehn, vielleicht stehen wir auch nächstes Jahr wieder am Start.
Related posts:
- Mein Ötztaler Radmarathon 2009 – Der Erfahrungsbericht Teil 1
- Ötztaler: Ötztaler Radmarathon in Sölden – Ist der Ötztaler Radmarathon der härteste Radmarathon der Welt?
- Ötztaler Radmarathon 2009: Das Ergebnis vom Ötztaler Radmarathon – Sieger
- Ötztaler Radmarathon – Eines der härtesten Hobbyrennen Teil 2
- Ötztaler Radmarathon – Eines der härtesten Hobbyrennen Teil 3

3. September 2009 um 10:05 Uhr
Klingt doch toll!
Und auch die Landschaft ist toll nicht?
7. September 2009 um 09:00 Uhr
WOW!!!!
Respekt und herzlichen Glückwünsch!!!
Wir biken auch recht gern (ist momentan etwas hinten, ich geb’s zu
) aber so einen Marathon würd ich mich im Leben nie mitfahren trauen, so fit bin ich bei weitem nicht…
Klasse gemacht, kannst stolz sein!
Unsere Radler haben’s auch gut geschafft und es kam auch richtig fein viel Kohle rein!
Griassle aus dem sonnigen Tirol und Danke für deinen Besuch in Luposinien
Eveline
7. September 2009 um 09:54 Uhr
@Arven
Ja die Landschaft ist auch super. Nur davon bekommt man an diesem Tag leider nicht so viel mit.
@Eveline
Glückwunsch an eure Fahrer, aber wie macht ihr damit Kohle?
7. September 2009 um 10:15 Uhr
Es gibt Sponsoren, die Fahrer sammeln auch unterwegs und für sich bezahlen sie alles selbst. Auch wenn jetzt zB. ein Hotelier meint, er lässt sie umsonst schlafen/essen/trinken, dann überweisen sie selbst den Betrag auf das Spendenkonto. Da kommt dann schon was zusammen.
Beim Benefizfest Spenden iHv über 4000 €, da waren die Umsätze von dem Tag (also dem Fest selbst) noch gar nicht mitgerechnet, da kommt ganz bestimmt noch was dazu, war ein tolles Fest – die Arbeiter eh ehrenamtlich, die Musik etc. auch alle, da bleibt dann schon was hängen… :yahoo:
Griassle