Mathe kann auch schön sein – die Fibonacci-Reihe

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In diesem Beitrag schreibt Stefan am Beispiel der Fibonacci-Reihe und der Bauweise antiker Tempel, warum Mathematik auch einfach mal nur schön sein kann.

 

Die Fibonacci-Reihe

Die Fibonacci-Reihe ist eine Reihe von Zahlen, bei der jede Zahl die Summe der beiden Vorgänger bildet. Die beiden ersten Elemente sind dabei die 0 und die 1:

0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233, 377, 610, 987, u.s.w.

Ein bisschen Rechnerei

Nun schauen wir uns einmal die Quotienten an, die entstehen, wenn wir eine Zahl der Reihe durch die vorhergehende Zahl teilen. 1 durch 0 ist Unendlich. 1 durch 1 ist 1, 2 durch 1 ist 2, 3 durch 2 ist 1,5, 5 durch 3 = 1,6666. Als Tabelle sieht es so aus:

Zeile Fibonacci-Zahl Berechnung Quotient
1 0    
2 1 1 durch 0 Unendlich
3 1 1 durch 1 1,00000000000000
4 2 2 durch 1 2,00000000000000
5 3 3 durch 2 1,50000000000000
6 5 5 durch 3 1,66666666666667
7 8 8 durch 5 1,60000000000000
8 13 u.s.w. 1,62500000000000
9 21   1,61538461538462
10 34   1,61904761904762
11 55   1,61764705882353
12 89   1,61818181818182
13 144   1,61797752808989
14 233   1,61805555555556
15 377   1,61802575107296
<…>      
39 39088169   1,61803398874989
40 63245986   1,61803398874990
41 102334155   1,61803398874989
42 165580141   1,61803398874989
<…>      

Es fällt auf, dass jeder Wert der Folge abwechselnd größer oder kleiner ist als der vorhergehende Wert. Die Folge der Quotienten der Fibonacci-Reihe alterniert. Mehr noch, die Folge nähert sich einem Wert, der sich ab der 42. Position bei der hier dargestellten Rechengenauigkeit von 10 Nachkommastellen nicht mehr ändert. Man sagt, die Folge konvergiert. In unserem Beispiel konvergiert die Folge gegen 1,6180339…

Und nun etwas ganz anderes – oder vielleicht nicht?

Habt ihr euch schon einmal Bilder von alten griechischen Tempeln angesehen?  Diese erfreuen das Auge des Betrachters, da die alten Baumeister die Breite des Bauwerkes und die Höhe in einem ganz besonderen Verhältnis konstruierten.

tempel-athen-goldener-schnitt

Sie  teilten die Maße nach dem sogenannten Goldenen Schnitt. Dieser wird wie folgt berechnet:

Zwei Strecken a und b  stehen im Verhältnis des Goldenen Schnittes, wenn sich die größere Strecke a  zur kleineren Strecke b verhält wie die Summe aus beiden, also a + b,  zur größeren Strecke a.

Oder als Gleichung

fibo11

 

 

fibo3

 

 

Daraus ergibt sich als Verhältnis von a zu b:

fibo21

 

 

 

Und das ist genau die gleiche Zahl wie der oben berechnete Wert aus der der Fibonacci-Reihe. Es ist die Zahl Φ (PHI).

So ein schöner Zufall. Da ist das Verhältnis von Breite zu Höhe bei einem antiken Tempel genau die gleiche Zahl wie das Verhältnis zweier Zahlen der Fibonacci-Reihe, wenn die Zahlen hinreichend groß sind.

Übrigens, wenn ihr jetzt die Seite ausdrucken wollt und euren Drucker das amerikanische Papierformat Letter einstellt, bekommt ihr als Papiergröße 35,56cm * 21,59cm angezeigt. Und  35,56cm durch 21,59cm sind 1,6471, also auch ungefähr der Wert von Φ.

In meinem nächsten Beitrag schreibe ich etwas über die Fibonacci-Reihe, über rekursive und implizite Berechnungen und über das Wachstum von Pflanzen.

 

 

 

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Autor: Andy

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9 Kommentare

  1. Erst gestern sind sie mir begegnet, als wir uns “Hardys Taxi” angeschaut haben. Es gibt schon wirklich viele “schöne” Zahlen.

  2. deine Mathematik-Beiträge verfolge ich nun schon eine ganze Weile – weiter so: Mathe kann auch Spaß machen.
    Warum wirken auf uns manche Bilder und die anderen nicht? Künstler, Maler und Fotografen achten beim Bildaufbau auch auf den “goldenen Schnitt” (z.B. bei der Ausrichtung des Hauptmotivs). Das spricht den Betrachter besonders an.

    Wenn ich mich recht erinnere, wächst auch in der Natur einiges nach der Fibanocci-Reihe ….allerdings weiß ich nicht, ob ich das noch aus dem Studium kenne, oder ob mir das von Dan Brown in Erinnerung geblieben ist ,-)

  3. Ja, die Fibonacci-Reihe findet sich auch in Schneckenhäusern und Sonnenblumen wieder. Mehr dazu in meinem nächsten Beitrag.

  4. Interessant dass die Reihe so konvergiert. Hätt damit nicht gerechnet

  5. Da ich auch mit Mathe nicht so sehr vertraut bin, find ich es Klasse, dass es soviele Beispeile gibt die aus dem Alltag kommen und auch für einen Nichtmathematiker interesant und verständlich sind!

  6. Hi Andy :D
    echt interssant geschieben und das von jemand der tief in seinerm inneren ein Physiker ist (Physiker und Mathemathiker sind glaube ich sowas wie Erbfeinde Oo zumindest bei uns in der Gegend)
    Aber eine kleine Korrektur muss ich noch an bringen:
    1 geteilt durch 0 ergibt nicht unendlich da eine Teilung durch 0 in der Mathematik nicht zulässig ist. Es hat also kein Ergebnis. (Übrigens auch nicht in der Logik was in dem Mathe – Physik – Urkrieg wiederrum eine ganz andere Sparte ist :P )
    alles liebe
    deine Jule

  7. Sehr schön, neben der Touringmaschine war das so ziemlich das Erste was ich im Infrmatikstudium umsetzen durfte/musste.

    :)

  8. @Julia

    Wir wollen hier mal nicht so streng sein. ;)

    In manchen Beweisen wird wenn mich nicht alles täuscht, manchmal sogar 1/0 als unendlich definiert. Weiß es aber nicht mehr genau.

    Den Schülern in der Schule sagt man aber am besten, man darf nicht durch null teilen, so wars zumindest an meiner Schule.

  9. @Julia

    1 / 0 ist natürlich nicht GENAU unendlich sondern eben nur ungefähr. Man kann sich dem Wert nur nähern.

    1/0,01 = 100; 1 / 0,000001 = 1.000.000 usw.

    D.h. je näher sich der Divisor der Null nähert, desto mehr nähert sich der Quotient unendlich

    Aber Vorsicht! Man kann sich auch von der anderen Seite nähern, also:

    1/(-0,01) = -100; 1 / (-0,000001) = -1.000.000 usw.

    D.h. je näher sich der Divisor der Null von der anderen Seite nähert, desto mehr nähert sich der Quotient MINUS unendlich.

    Unendlich und minus unendlich sind schon ziemlich weit auseinander und deshalb sollte man auch nicht durch Null teilen.

    In der Mathematik sagt man, die Division durch Null ist nicht definiert. Logisch, denn Unendlich ist keine konkrete Zahl. Unendlich durch unendlich ist ja auch nicht unbedingt wieder Eins.

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