Nachdem ich im ersten Artikel der Serie “Physik für Jedermann” unter anderem kurz das Rutherford’sche Atommodell vorgestellt habe, möchte ich heute ihnen darüber mehr erzählen. Wie kam Rutherford auf das Atommodell? Was für einen Versuch hat er gemacht?
Seine Mitarbeiter (Geiger und Marsden) beschossen eine sehr dünne Glodfolie, die nur aus wenigen Atomschichten bestand mit Alphateilchen. Dabei machten sie eine interessante Beobachtung.
[youtube 5pZj0u_XMbc]
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Die allermeisten Alphateilchen flogen geradlinig, ohne irgendwelche Ablenkung durch die Goldfolie. Nur ganz wenige wurden abgelengt (in der Größenordnung 1:8000).
Weitere Beobachtungen die sie machten waren:
- große Streuwinkel kamen sehr selten vor
- Vereinzelte Alphateilchen wurden sogar zurückgestreut
- Es gab sogar Streuwinkel, wenn auch extrem selten, die größer als 90° waren
Diese Beobachtungen hat dann Rutherford wie folgt interpretiert.
Durch die Alphastreuung an der Goldfolie, vermutete er, dass sich im Inneren des Atoms ein sehr kleines Massenzentrum (elektrisch geladen) befindet. Dieses Massenzentrum nannte er den Atomkern.
Doch um den Atomkern herum muss ein größerer Freiraum bestehen, denn es sind bekanntlich die meisten Alphateilchen geradeaus durchgefolgen.
In diesem Freiraum kreisen die Elektronen um den Kern, die die positive Ladung abschirmen, sodass das Atom nach außen hin neutral ist. So war zumindest seine Vorstellung.
Dies führte letztendlich zu dem heute bekannten Rutherfordschen Atommodell.

29. April 2009 um 16:42 Uhr
Toll!
Ich hoffe nur, dass diejenigen, denen die Informationen wirklich weiterhelfen, das auch lesen. *yigg*
29. April 2009 um 17:59 Uhr
Danke!!
Würden uns mal über einen Gegenbeitrag auf Deinem Blog freuen…..:-)
29. April 2009 um 20:51 Uhr
Es hat mich schon immer fasziniert, wie diese Wissenschaftler auf ihre Ergebnisse kommen. Allein schon, wie man durch eine Streuung zu einem Atomkern und Elektronen kommt…
Im Moment arbeite ich an einigen Teilen für die Machbarkeitsstudie für den Nachfolger vom Weltraumteleskop Herschel. Durch meine Arbeit an Herschel damals (2002-2006) hatte ich auch etliche Gespräche mit Wissenschaftlern aus der Weltraumforschung und musste feststellen, dass die wirklich in ganz anderen Dimensionen denken.
Grüße
Michse
29. April 2009 um 22:37 Uhr
@Streuwinkel: Warum dann aber doch immer wieder vereinzelt?